Unser heiliges Deutschland

220px-Bundesarchiv_Bild_183-C0716-0046-003,_Claus_Schenk_Graf_v._StauffenbergIn keinem anderen Land der Welt würde jemand für ein Bekenntnis zu seinem Vaterland in die rechte Ecke gedrängt. Die Welt könnte heute vermutlich anders aussehen, hätte Graf Stauffenberg Erfolg gehabt. Am 21. Juli 1944 wurde er im Hof des Bendler-Blocks für das mißglückte Attentat auf Adolf Hitler hingerichtet. Sekunden vor den Schüssen konnte er noch rufen: „Es lebe unser heiliges Deutschland!“ Vielen Deutschen ist heute noch unfaßbar, wie die Generation ihrer Großeltern ihrem Führer so blind in die Katastrophe folgen konnte. Dabei wird vergessen, daß die Anfangsjahre des Dritten Reiches für die Mehrheit der Deutschen eine glückliche Zeit bedeuteten.

Auch die Anfangsjahre der BRD waren eine glückliche Zeit. Erst nach 1960 wurde für aufmerksame Menschen der Umschwung in die falsche Richtung deutlich sichtbar. Unsere Kinder werden uns vermutlich später wissen wollen, warum wir nichts gegen die Schuldenpolitik unternommen und später gegen den EURO unternommen haben. Das Manifest gegen den Euro, das führende deutsche Wissenschaftler bereits 1992 in der FAZ veröffentlichten, blieb von der Politik unbeachtet und von der Bevölkerung eher belächelt. Mit der Finanzkrise 2008 starteten die an Hochverrat reichende Ausplünderung des deutschen Volks- und Sparvermögens und die Preisgabe der Reste unserer fadenscheinigen Souveränität. Wir schweigen und dulden aus zwar nachvollziehbaren, aber nicht besonders ehrenhaften Beweggründen.

Unsere Eltern haben mit Fleiß und anfänglicher Sparsamkeit aus den Trümmern des bombardierten Deutschlands ein wohlhabendes Rest-Deutschland mit beachtlichem persönlichem Wohlstand geschaffen. Wir haben weiter daran gebaut. Nun soll es uns wieder genommen werden. Dürfen wir die Augen schließen und in Kauf nehmen, daß wir Deutschen zum wiederholten Mal ausgeplündert werden?

Müssen wir in Kauf nehmen, daß maßgebliche Freiheitsrechte ausgehöhlt werden, das eigene Grundgesetz mit Füßen getreten wird und der Überwachungsstaat ungeniert um sich greift? Müssen wir in Kauf nehmen, daß ein Wort der Kanzlerin ausreicht, sie werde Ausspähung nicht dulden und schon ist die Mehrheit zufrieden? Müssen wir in Kauf nehmen, daß ein fleißiges Volk gedemütigt wird, weil den meisten im Lande jeglicher Mut und Einsatzwille für die Wahrheit fehlt? Wenn wir das alles für „noch ein wenig Kuchen essen“ in Kauf nehmen, haben wir es nicht besser verdient.

Wir lassen uns einlullen von der Behauptung, die Deutschen hätten am meisten vom Euro profitiert. Hans-Werner Sinn vom Ifo-Institut München hält dagegen: „Diese Ansicht ist falsch“. Solange wir Premium-Autos „auf Target 2-Rechnung“ exportieren, damit das eingesammelte Geld auch pünktlich in US-, PFIIGS- und UK-Staatsanleihen „investiert“ werden kann und unsere „sprudelnden Steuereinnahmen“ zum ESM überwiesen werden, bleibt die Mär vom deutschen Geschäft mit dem Euro eine peinliche Lüge. Nein, die Aufgabe unserer DM war der Preis für die Wiedervereinigung. Solange es den Euro gibt, zahlen wir Reparationen für den verlorenen Krieg. Sogar der Pariser „Figaro“ verkündete damals: „Der Euro ist für Deutschland Versailles Nummer 2“.

Im Juli 2008 hat Obama vor amerikanischen Soldaten in Ramstein gesagt, daß Deutschland ein besetztes Land ist und bleiben wird bis 2099. Wolfgang Schäuble hat im selben Jahr vor Journalisten eingeräumt: „Deutschland war seit dem 8. Mai 1945 niemals ein vollständig souveräner Staat.“ Angesichts dieser Tatsache müssen wir fragen: welchem Souverän unterstanden seit Gründung der BRD unsere Bundeskanzler? Finden wir mit dieser Frage die Antwort auf die vielen unverständlichen Entscheidungen deutscher Führungseliten?

Nehmen wir zur Kenntnis, was Hans Herbert von Arnim in seinem Buch DAS SYSTEM so treffend formuliert: »Jeder Deutsche hat die Freiheit, Gesetzen zu gehorchen, denen er niemals zugestimmt hat; er darf die Erhabenheit des Grundgesetzes bewundern, dessen Geltung er nie legitimiert hat; er ist frei, (EU-)Politikern zu huldigen, die kein Bürger je gewählt hat, und sie üppig zu versorgen – mit seinen Steuergeldern, über deren Verwendung er niemals befragt wurde. Insgesamt sind Staat und Politik in einem Zustand, von dem nur noch Berufsoptimisten oder Heuchler behaupten können, er sei aus dem Willen der Bürger hervorgegangen«.

Bald 400 Jahre zuvor hat ein anderer begeisterter Deutscher einen Aufruf verfaßt, der zum Volkslied wurde:

„Wach auf, wach auf, du deutsches Land!
Du hast genug geschlafen…“

Im Mittelalter war das „Reich der Deutschen“ die Vormacht des Abendlandes. Im 16. Und 17. Jahrhundert entstanden Lieder und Choräle, die sowohl der geistig-geistlichen als auch der politischen Erneuerung, des innerlich geschwächten Deutschlands dienen sollten. Der Thüringer Johann Walter (1496-1570), Hofkomponist Friedrichs des Weisen, Gründer der ersten stadtbürgerlichen Kantorei Deutschlands (1525, Torgau) und Mitarbeiter Luthers an der „Deutschen Messe“, schuf in diesem Sinne den auf einem fliegenden Blatt des Jahres 1561 erstmals schriftlich bezeugten nationalen Aufruf „Wach auf, wach auf, du deutsches Land“. (Mehr hier)

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