Wie der Wohlfahrtsstaat die Migration anheizt

Die Migration geht heute in solche Regionen, wo der Widerstand gegen die Einwanderung am geringsten ist und gleichzeitig die Wohlstandserwartungen für die Einwanderer am höchsten sind. Dies ist für Westeuropa zweifelsohne der Fall.(Auszug aus dem gleichlautenden Artikel von Antony P. Mueller (erschienen bei misesde.org)

Die Flüchtlinge aus Syrien wandern nicht nach Afrika, und die Afrikaner marschieren nicht Richtung Asien, sondern beide Gruppen machen sich auf den nicht weniger gefährlichen Weg, der sie nach Europa führt.

Welches sind nun die Punkte, die Europa für die Flüchtlinge so attraktiv machen?

Hier sind an erster Stelle die großzügigen Wohlfahrtsregelungen zu nennen und zwar in mehrerlei Hinsicht. Man kann durchaus die These aufstellen, dass die Hauptursache der gegenwärtigen Flüchtlingskrise, soweit sie sich auf Europa konzentriert, im Wohlfahrtsstaat begründet ist. Dies betrifft nicht nur den Umstand, dass die ankommenden Flüchtlinge eine gute Allgemeinversorgung erwartet. Vor allem können sie darauf bauen, unmittelbar in ein dicht geknüpftes Netz wohlfahrtstaatlicher Hilfen schlüpfen zu können, wenn sie als Asylsuchende anerkannt werden, oder wenn sie aus sonstigen Gründen ein Aufenthaltsrecht bekommen. Dies beginnt mit dem Zugang zu einem der höchsten entwickelten Gesundheits- und Bildungssysteme, setzt sich fort über die arbeitnehmerfreundlichen Arbeitsbedingungen und geht hin bis zur großzügig ausgestatteten Sozialfürsorge.

54303476zDies ist jedoch nur die eine Seite der Medaille. Die andere im Wohlfahrtsstaat liegende Ursache der Flüchtlingskrise findet darin ihre Ursache, dass dieser über Jahrzehnte immer weiter ausgebaute Wohlfahrtsstaat schon längst auch die heimische Bevölkerung wortwörtlich ausgezehrt hat. Die moderne Sozialpolitik mit ihrer an das Arbeitseinkommen gekoppelten Altersversorgung macht Familie und Kinder ökonomisch äußerst unattraktiv. Es sind nicht nur die Kosten für Kinder, die hier eine Rolle spielen, sondern auch die Opportunitätskosten, die mit dem Kinderkriegen verbunden sind. Wenn man den Fall eines vor der Wahl stehenden jungen Paares konstruiert, dass beide Partner Karriere machen oder einer darauf verzichtet, da man Kinder großziehen will, so tut sich eine abschreckende Rechnung auf. Wer sich für Familie und Kinder entscheidet, den erwarten nicht nur mindestens zwei bis drei Jahrzehnte lang Erziehungskosten, sondern damit verbunden ein oft noch längerer Einkommensverlust wegen des Verzichts eines Partners auf seine Berufslaufbahn. Schließlich muss einer die Erziehungsleistung erbringen. Die Verlustrechnung setzt sich bis ins Alter fort, wenn das kinderlose Doppelverdiener-Paar zweifache Rente kassiert, während derjenige, der jahrzehntelang Erziehungsleistungen erbracht hat, fast ganz leer ausgeht. Es kann also gar nicht überraschen, wenn sich immer mehr junge Leute in den europäischen Wohlfahrtsstaaten gegen Kinder entscheiden. Mit dem Fehlen der Kinder wird die Bevölkerung immer älter und schließlich schrumpft die Bevölkerungszahl.

934500Die Flüchtlinge finden so in Westeuropa nicht nur eine Wohlstandsgesellschaft vor, sondern eine Wohlfahrtsgesellschaft mit einer zunehmend älter werdenden Bevölkerung. Dies bedeutet, dass Europa nicht nur eine Attraktion darstellt, sondern auch, dass der Wille und die Fähigkeit zur Abwehr der Einwanderung wegen des Altersaufbaus gering sind und der Tendenz nach immer geringer werden. Der Wohlfahrtsstaat hat ja einst auch schon dazu geführt, dass die Gastarbeiter, die in den sechziger Jahren gekommen sind, entgegen der Erwartungen hierblieben. Auch bei den nun ankommenden Flüchtlingen ist nicht damit zu rechnen, dass es bald zu einer Rückkehr in ihre Heimat kommen wird, selbst wenn dort die Kriegszustände verschwinden sollten. Im Gegenteil: sobald die nun ankommenden Flüchtlinge ein Bleiberecht bekommen, wird der Familienzuzug einsetzen und über kurz oder lang wird es auch vermehrt zu mehr Kindern kommen.

26227855z12506221zIn Bezug auf die Reproduktion ist die Rechnung bei den Migranten anders als bei der derzeitigen einheimischen Bevölkerung. In den meisten Fällen lohnt es sich wirtschaftlich für die Migrantenfamilien, die Kinderzahl zu erhöhen und den Wohlfahrtsstaat auch sonst möglichst umfassend in Anspruch zu nehmen. Die so genannten Opportunitätskosten, das heißt die verlorenen Einnahmen bei alternativer Entscheidung, sind ganz einfach viel geringer, wenn die Karriereaussichten geringer sind. Man muss nur zwei und zwei zusammenzählen, um zu dem Schluss zu kommen, dass in einigen Jahrzehnten die einheimische Bevölkerung eine Minderheit darstellen wird.

Die Überalterung der deutschen Gesellschaft ist nicht mehr aufzuhalten, selbst wenn alle nur denkbaren Gegensteuerungen in Gang gesetzt würden. Auch wenn die Einsicht dämmern sollte, dass der Wohlfahrtsstaat sein eigenes Fundament selbst untergräbt, wird er sich, wenn überhaupt, nur schwer reformieren lassen, so dass auch diese Reform zu spät kommt. Die Weichen sind also längst schon gestellt. Es gibt keinen Weg mehr zurück. Schließlich kommt noch hinzu, dass der Wohlfahrtsstaat auch zum Niedergang der Maskulinität beigetragen hat und nicht nur die Kraft zur Gegenwehr schwindet, sondern auch der Wille dazu. In dem Maße, wie die Rolle des Mannes als Ernährer und Beschützer der Familie weggenommen wurde und vom Staat scheinbar ausgefüllt wird, desto mehr kann der Ehemann und Vater scheinbar entbehrt werden. Seine Funktion als sichtbarer Brotverdiener schwindet, während er als bloße Melkkuh immer mehr dazu dient, die Steuern und Sozialabgaben zur Finanzierung der staatlichen Ausgaben aufzubringen. Der Wohlfahrtsstaat fördert so nicht nur die Kleinfamilie und Kleinstfamilie, sondern auch das Schwinden der Männlichkeit. Eine zunehmend feminisierte Gesellschaft wird dem Ansturm nicht Widerstand entgegensetzen, sondern mit falscher Humanität entgegen kommen. Das gegenwärtige Elend besteht so nicht nur in der Krise als solcher, sondern mehr noch in der Geisteshaltung, mit der man der Krise begegnet.

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