Brzezinski droht Putin mit Krieg

Die USA sollten russische Flotte „entwaffnen“, droht der ehemalige Sicherheitsberater der Regierung: Obama should retaliate if Russia doesn’t stop attacking U.S. assets (Zbigniew Brzezinski):

Die Vereinigten Staaten sollten mit einem Vergeltungsschlag drohen, falls Russland es nicht unterlässt, die US-Ressourcen in Syrien anzugreifen, schreibt der ehemalige Sicherheitsberater der Regierung Zbigniew Brzezinski in einem Gastkommentar in der Financial Times am Sonntag, in welchem er auf „strategische Kühnheit“ drängt, da er die amerikanische Glaubwürdigkeit im Mittleren Osten und die Region selbst auf dem Spiel sieht.
Die anscheinende Entscheidung Moskaus, Stellungen ausserhalb des Islamischen Staates und solche der von der CIA unterstützten Rebellen zu bombardieren zeige „bestenfalls die Inkompetenz des russischen Militärs“ auf und im schlimmsten Fall „ein gefährliches Verlangen, die politische Ohnmacht der Amerikaner zu unterstreichen“, so Brzezinski, der Sicherheitsberater des ehemaligen Präsidenten Jimmy Carter und grosser Unterstützer von Präsident Barack Obama.
Und falls Russland fortfährt, Ziele ausserhalb der ISIS-Struktur zu verfolgen, sollten die USA Vergeltung üben, fügte er hinzu.

561521cfc46188d5238b4587Unter diesen schnell entwickelnden Umständen bleibt den USA nur eine echte Möglichkeit, ihren Einsatz in der Region zu schützen: Moskau die Forderung zu unterbreiten, dass militärisches Vorgehen gegen amerikanische Ressourcen unterbrochen und eingestellt wird“, führte Brzezisnki aus.

Die Flotten von Russland zu Luft und Wasser in Syrien sind verletzlich, geographisch von ihrer Heimat isoliert“, stellt er fest. „Falls sie darauf bestehen, die USA zu provozieren, könnten sie ‚entwaffnet‘ werden“.

Das Problem im Mittleren Osten ist grösser als Syrien, schrieb er weiter, weshalb es für Russland ratsam wäre, mit den USA zusammenzuarbeiten, welche sich nicht, wie in der Vergangenheit, darauf verlassen können, dass Grossbritannien oder Frankreich eine „entscheidende Rolle“ in der Region spielen würden.

Aber besser wäre es, wenn Russland überzeugt werden könnte, mit den USA ein weiterreichendes Übereinkommen zu diesem regionalen Problem zu suchen, welches die Interessen von einzelnen Staaten übersteigt.“

Brzezinski warnt, anstelle von dieser „neuen Form der neokolonialen Beherrschung“ sollten die USA mit China und Russland zusammenarbeiten um ihre gemeinsamen Interessen zu schützen.

China zieht es zweifellos vor, am Rand des Geschehens zu bleiben. Davon erhofft es sich, in einer besseren Position zu sein, um die Scherben aufzusammeln. Aber das regionale Chaos könnte sich leicht nach Nordosten ausbreiten, mit der Zeit Zentral- und Nordost-Asien erreichen. Sowohl Russland als auch China wären davon nachteilig betroffen. Aber die amerikanischen Interessen und die Freunde Amerikas – um nicht von der Stabilität der Region zu sprechen – würden auch darunter leiden. Es ist deshalb an der Zeit für strategische Kühnheit“, befand er.

Kommentar: Brzezinski streut mehr oder weniger subtil antirussische Propaganda, spricht von ihrer militärischen Inkompetenz und ihrer Verletzlichkeit. Er sieht die geographische Distanz zu Russland als schwächenden Faktor. Wenn wir aber lesen, dass Russland vom Kaspischen Meer aus Raketen über den Iran und den Irak nach Syrien sendet, kann man sich fragen, ob die Distanz amerikanischen Streitkräfte zu den USA wohl nicht grösser ist und isolierender wirkt.

Quelle: www.politico.com
Übersetzung bei pravda-t.com

Bücher:

Die einzige Weltmacht

Zbigniew Brzezinski
»Ein Buch, das man lesen und ernst nehmen sollte.« Helmut Schmidt
Dieses Buch ist eines der wichtigsten der letzten Jahrzehnte und unerlässlich zum Verständnis der aktuellen Konflikte auf dieser Welt.

Krieg um jeden Preis
Risen, James
Unter dem Deckmantel der Terrorismusbekämpfung führt die US-Regierung einen Krieg, der in keinem Verhältnis mehr zur tatsächlichen Bedrohung durch terroristische Organisationen steht. Es geht um ein Milliardengeschäft und das Interesse einiger Menschen, diesen Krieg am Laufen zu halten – koste es, was es wolle. James Risen zeigt, wer die Akteure sind. Seit 9/11 führt Amerika einen endlosen Krieg gegen den Terror, weltweit und ohne das Versprechen auf Frieden. James Risen, Journalist bei der New York Times und zweifacher Pulitzerpreisträger, offenbart in seinem neuen Buch das unvorstellbare Ausmaß der verborgenen Kosten dieses Krieges, erzählt von Profitgier und verschwendetem Geld, von unerhörtem Machtmissbrauch, von Kriegen gegen Normalität, Anstand und Wahrheit. Unter dem Deckmantel der Terrorismusbekämpfung hat die US-Regierung schändliche Dinge getan – und heute wird alles getan, um diese zu verdecken. Wer profitiert vom Krieg gegen den Terror? Wer verdient konkret daran? James Risen deckt auf.

Das neue Russland
Gorbatschow, Michail
Nach Jahren der Annäherung ist das Verhältnis zwischen Deutschland und Russland so angespannt wie seit mehr als 25 Jahren nicht mehr. Was Putin antreibt, warum er die Konfrontation sucht und den Rückfall in den Kalten Krieg in Kauf nimmt, ist vielen ein Rätsel. Nicht Michail Gorbatschow. Mit einzigartiger Kennerschaft beschreibt er die Entstehung des „Systems Putin“ und rechnet kritisch mit ihm ab. Putin zerstöre um seiner eigenen Macht willen die Errungenschaften der Perestroika in Russland und errichte ein System ohne Zukunft. Deshalb fordert Gorbatschow ein neues politisches System für Russland, und er mahnt den Westen, nicht mit dem Feuer zu spielen.

Countdown Weltkrieg 3.0
Stephan Berndt
Die Prophezeiungen und Visionen der Hellseher erfüllen sich
Die Vorhersagen der traditionellen europäischen Prophetie sind angesichts der derzeitigen Krise mit Russland und der politischen Weltlage von einer nie da gewesenen Brisanz und Aktualität. Stephan Berndt, einer der profiliertesten Kenner der europäischen Prophetie, erklärt und analysiert mithilfe eines wissenschaftlich-parapsychologischen Ansatzes die Prophezeiungen der europäischen Hellseher und stellt sie in einen größeren Zusammenhang mit den tatsächlichen Ereignissen in Deutschland, Europa und der Welt.

Wer den Wind sät
Michael Lüders
Wer wissen will, wie in der Region alles mit allem zusammenhängt, der greife zu diesem Schwarzbuch der westlichen Politik im Orient. Michael Lüders beschreibt die westlichen Interventionen im Nahen und Mittleren Osten seit der Kolonialzeit und erklärt, was sie mit der aktuellen politischen Situation zu tun haben. Sein neues Buch liest sich wie ein Polit-Thriller – nur leider beschreibt es die Realität. Eine Geschichte erscheint in unterschiedlichem Licht, je nachdem, wo man beginnt sie zu erzählen. Und wir sind vergesslich. Das iranische Verhältnis zum Westen versteht nur, wer den von CIA und MI6 eingefädelten Sturz des demokratischen Ministerpräsidenten Mossadegh im Jahr 1953 berücksichtigt. Ohne den Irakkrieg von 2003 und die westliche Politik gegenüber Assad in Syrien lässt sich der Erfolg des „Islamischen Staates“ nicht begreifen.

Der globale Minotaurus
Varoufakis, Yanis
In einem provozierenden Buch von großer analytischer Klarheit und Überzeugungskraft stellt Yanis Varoufakis die Diskussion über die Wirtschaftskrise vom Kopf auf die Füße. Er macht ihre historischen Entstehungsbedingungen deutlich und zeigt Wege zu ihrer Überwindung auf. Globalisierung, Gier und fehlende Bankenregulierung – sie alle wurden für die Krise der Weltwirtschaft verantwortlich gemacht. In Wahrheit sind dies nur Nebenschauplätze eines weit größeren Dramas. Eines Dramas, das in der Weltwirtschaftskrise von 1929 wurzelt und bereits seit den 1970-Jahren auf offener Bühne spielt: als die Welt wider besseres Wissen begann, mit ihrem Geld den „Globalen Minotaurus“ Amerika zu nähren – so wie einst die Athener dem mythischen Fabeltier auf Kreta Tribute zollten. Heute sind die USA, als Stabilisator der Weltwirtschaft, selbst nachhaltig geschwächt, und die Konsequenzen des Macht-Vakuums zeigen sich allerorten. Sie machen vor allem eines klar: Stabilität in der Weltwirtschaft ist nicht umsonst zu haben; sie erfordert historische Entscheidungen – wie nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Hegemonialstellung Amerikas begann. Statt hektischer Rettungsaktionen mit immer kürzerem Verfallsdatum ist eine grundlegende Debatte über Stabilitätspolitik, ist ein Neuanfang unvermeidlich.

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