Die stilisierte Kollektivschuld

FlossenbuergkonfrontationchildSchuldig ist ein einzelner Mensch nur, wenn seine Schuld individuell nachgewiesen werden kann. Existierte diese Norm nicht, bräche Chaos aus. Die Bestrafung (oder Sühne) individuell nachweisbarer Schuld bestimmt unser Rechsfundament. Wer andere Rechtsnormen erfindet, gefährdet die kollektive Ordnung. Um diese Gefahr zu bannen, bedarf es unabhängiger, unbefangener Richter. Wer wollte sonst verhindern, daß aus einfachen Streitigkeiten im Affekt extreme Schuldzuweisungen erwachsen.

Sobald die Kontrolle mißlingt, beginnen sich affektgeleitete Interessen hinter Rechtsnormen zu verbergen. Geschieht dies auf staatlicher Ebene, landen wir schnell beim Reeducation-Prgramm der Sieger. Auswüchse wie die Demonstration von Leichen vor kleinen Kindern wie auf dem kleinen Foto sind dann an der Tagesordnung. Die kollektiven Schuldzuweisungen während des Kriegsverbrecher-Tribunals in Nürnberg waren ein Quantensprung zu allen früheren historischen Kollektiv-Verurteilungen. (Mehr)

Nach einem verlorenen Krieg werden unterlegene Staaten gedemütigt und beraubt, hauptsächlich mit Rechtsbegriffen, das ist bekannt. Propagierte Kollektivschuld aber dient in erster Linie dazu, die Schuld der Sieger zu relativieren oder ganz von ihr abzulenken. Je blutbesudelter die Schuld der Sieger ist, desto unnachsichtiger wird dem Verlierer seine Schuld bis ins Unermeßliche überhöht und zur Kollektivschuld stilisiert. Der militärischen Unterwerfung folgt die moralische Unterwerfung. Der Besiegte verliert sein kollektives Wertesystem und damit das Nationalgefühl. (Oradur, das Schuldsiegel)

Wie für jeden Menschen ein Grad von individuellem Narzißmus ein wichtiger Bestandteil seiner persönlichen Integrität ist, erzeugt auf nationaler Ebene Nationalstolz oder Nationalgefühl den nötigen Narzißmus für Selbstdefinition und Werteabgrenzung.

Ein weitsichtiger Sieger wird diesen Zusammenhang berücksichtigen und schwerste Kränkungen vermeiden. Ein gegenteiliges Beispiel liefert der Versailler Vertrag am Ende des Ersten Weltkriegs. Kollektivschuldurteile, wie dort exerziert, können beim Beschuldigten leicht Gegenkonzepte wachrufen, was in dem Fall auch geschehen ist.

Eure Schuld

Eure Schuld

In der Erfahrung der Sieger hieß dies, die Kollektivschuld des Verlierers mußte durch eine sehr viel größere Kollektivschuld übersteigert werden, wollte man das deutsche Volk ein für allemal moralisch am Boden liegen sehen. Die im Namen der Deutschen begangenen Verbrechen waren keine anderen als solche, die andere Völker – teils in erheblich größerem Maße – begangen hatten. Andere Völker konnten ihr Nationalgefühl vor dem Eindringen kollektiver Scham- und Schuldgefühle schützen, selbst wenn in ihrem Namen ebenfalls grausame Verbrechen begangen wurden

Mit Greuelpropaganda haben wir den Krieg gewonnen …Und nun fangen wir erst richtig damit an! Wir werden diese Greuelpropaganda fortsetzen, wir werden sie steigern bis niemand mehr ein gutes Wort von den Deutschen annehmen wird, bis alles zerstört sein wird, was sie etwa in anderen Ländern noch an Sympathien gehabt haben, und sie selber so durcheinander geraten sein werden, daß sie nicht mehr wissen, was sie tun. Wenn das erreicht ist, wenn sie beginnen, ihr eigenes Nest zu beschmutzen, und das nicht etwa zähneknirschend, sondern in eilfertiger Bereitschaft, den Siegern gefällig zu sein, dann erst ist der Sieg vollständig. Endgültig ist er nie. Die Umerziehung (Reeducation) bedarf sorgfältiger, unentwegter Pflege wie englischer Rasen. Nur ein Augenblick der Nachlässigkeit, und das Unkraut bricht durch, jenes unausrottbare Unkraut der geschichtlichen Wahrheit.

Selfton Delmer, ehemaliger britischer Chefpropagandist, nach der Kapitulation 1945 zu dem deutschen Völkerrechtler Prof. Grimm.

Für die Deutschen brach – unter dem Eindruck von Zerstörung, Niederlage und Vertreibung von Millionen, durch den Verlust gewohnter geistiger Orientierung und entwertender Indoktrination (Umerziehung) und der Offenbarung unsäglicher Verbrechen an der jüdischen Bevölkerung – jeglicher Halt an nationaler Integrität in sich zusammen. (Wichtig: Hier soll nicht der Holocaust geleugnet werden. Ob 6 Millionen Menschen getötet wurden oder weniger – jeder Getötete ist einer zuviel). Die Leugnung des Holocaust wird in Deutschland mit Gefängnis bestraft. Die Behauptung des türkischen Genozids an den Armeniern wird in der Türkei mit Gefängnis bestraft.

Die Indoktrination seitens der Sieger zerstörte die nationale Geschichte, drang tief ins allgemeine Bewußtsein und prägte dies nachhaltig. Kollektivschuld ersetzte das kulturelle Zusammengehörigkeitsgefühl bis hin zur kollektiven Vorstellung von Wertlosigkeit – mündend in einer masochistischen Moral. Die Folge sind ununterbrochene Schuldbekenntnisse und Büßerverhalten sowie nationale Selbsterniedrigung und Wiedergutmachungsstreben.

Hat ein Volk diesen pathologischen Punkt erreicht, kann der Zustand von den Siegern leicht verewigt werden, wenn er mit Belohnungen verknüpft wird. Die Anerkennung der Opferbereitschaft durch die Ausbeuter führt zur Aggression gegen das eigene Volk, weil dessen Kollektivschuld auf Dauer solche Opfer erfordert. Der destruktive Vorgang ist ein komplexer masochistischer Komplex, durch den Nationalbewußtsein und -stolz beständig tiefer ausgehöhlt werden. Es geht sozusagen in Fleisch und Blut über, daß dieses Volk gefährlich, barbarisch, für Diktaturen anfällig ist und vor sich selbst zu schützen ist.

Die Vertreter der masochistischen Moral feiern quer durch die Parteien die Beleidigungen und Verletzungen der Wertegemeinschaft und lassen die Deutschen in jeder Hinsicht ausplündern. Das Plündern begann am 8. Mai 1945. Alle noch vorhandenen Werte Deutschlands (Maschinen, Kunst, Patente, Gold) wurden außer Landes gebracht.

Bitte teilen! 🙂
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Kommentare

Die stilisierte Kollektivschuld — 1 Kommentar

  1. Pingback: Deutsche Bank next Lehman? | Krisenfrei

Kommentar verfassen